Jetzt neu: Das grüne Rot… oder das Huhn aus dem Blumentopf

Vorneweg: Ich habe absolut keine Probleme mit Menschen, die für sich selbst entschieden haben, sich rein vegetarisch zu ernähren oder die ein veganes Leben führen wollen. Ich habe auch nichts dagegen, mich mit solchen Menschen über diese Themen auszutauschen.

Es gibt viele Gründe, weshalb man sich für einen dieser Wege entscheidet… auch zahlreiche wirklich gute Gründe. Wer zum Beispiel von der Fleischerzeugung und -verarbeitung angewidert ist und deswegen nun auf Fleisch und Fleischprodukte verzichten möchte, der hat eine für mich nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Oder wer zum Vegetarier wird, weil er nicht nachvollziehen kann, was ihm auf dem Lebensmittelmarkt verkauft wird… wer keine Böcke hat, Fleisch von Tieren zu konsumieren, die vielleicht unwürdig oder unter Qualen gehalten oder geschlachtet wurden… wer keine Lust auf einen Chemie- oder Medikamentencoktail beim Fleisch- oder Wurstkonsum hat… nun den kann ich voll und ganz verstehen. Ich selbst habe den Vorteil, dass ich das Fleisch bzw. die Fleischprodukte, die ich konsumiere nach bestimmten Kriterien aussuchen (und sogar bezahlen) kann. Und ich muss auch nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller haben… habe ich auch nicht. Ich ernähre mich selbst auch immer wieder „vegetarisch“ (teilweise vielleicht in sehr „frei ausgelegter“ Form, weil ich in der Kartoffelsuppe gerne ein wenig geräucherte Speckwürfel für den guten Geschmack habe), denn es ist auch nicht immer Fleisch auf dem Teller. Die Fleischprodukte, die bei mir über den Herd gehen… na, bei denen weiß ich ziemlich genau, woher sie kommen und ich weiß, dass die Tiere ein „menschenwürdiges“ 😉 Leben hatten. Darauf lege ich Wert. Diese persönliche Entscheidung führt dazu, dass ich eben kein Vegetarier bin.
Auch die Entscheidung zu einem veganen Leben (da geht es ja nicht nur ums Essen) ist doch jedem erwachsenen Menschen selbst überlassen. Mag sein, dass es für den einen oder anderen einfach moralisch zwingend ist… ob es gesund ist, wage ich persönlich zwar zu bestreiten… aber jeder soll doch so glücklich werden, wie es ihm beliebt.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Ich habe jetzt einen roten Lack erfunden, der grün ist! Ja… tatsächlich! Wer eine Fläche grün lackieren möchte, der greift einfach zu meinem roten Lack und wird sich hinterher über ein sattes Grün freuen können!
Nachdem ich den Produktionsprozess für den Lack nun komplett entwickelt habe, bin ich schon beim nächsten Projekt: Das pflanzliche Huhn. Es ist mir gelungen, Eier dazu zu bringen, in Blumenerde zu keimen, so dass ein rein pflanzliches Huhn heranwachsen kann. Das wird sicher auch sehr schön im Blumenkasten auf dem Balkon aussehen und jeder kann sein eigenes Suppenhuhn im Beet produzieren.

Na? Bin ich jetzt durchgeknallt? Neee! Bin ich nicht! Ist alles nur erfunden! Vollkommener Blödsinn, wie mir jeder bestätigen wird. Ich wollte Euch nur verarschen!

Verarschen? Macht man sowas? Gehört sich das?
Anscheinend ja, denn etliche Lebensmittelhersteller tun das ja auch. Damit meine ich nicht irgendwelche unbewiesenen Versprechen bezüglich ihrer Produkte. Das ist zwar auch nicht fein, aber gehört wohl „dazu“. Aber wenn ich in letzter Zeit immer wieder mit Werbung für Produkte wie „grünes Rot“ oder „Hühnerpflanzen“ belästigt werde, dann fühle ich mich wirklich verarscht.

Wenn ein Lebensmittelhersteller vegetarische Produkte anbieten möchte… nun, dann muss er sich dafür passende Bezeichnungen einfallen lassen. Dafür gibt es bestimmt bezahlte Mitarbeiter, die sowas können. Die Bezeichnung muss auch nicht „ulkig“ oder „abstoßend“ oder „verrückt“ sein… da findet sich sicher etwas, was passt, gut klingt und gefällt.

Aber sagt mal, wollt Ihr mich verarschen?

Was – Scheiße nochmal – ist denn „Veggie Fleischsalat mit Gurke“? Bitte mal (das Wort, nicht den Salat) auf der Zunge zergehen lassen… FLEISCHsalat ohne Fleisch! Da ist, wenn man nachliest, dann „Vegetarisches Eiweißerzeugnis Typ Lyoner“ verarbeitet, das aus Öl, Eiweiß, Algenkram und Johannisbrotkernen hergestellt ist („Lyoner“ empfinde ich auch als ziemlich unverschämt, denn das ist die Bezeichnung für eine FLEISCHwurst!). Keine Spur Fleisch ist dabei. Aber sie nennen es FLEISCHsalat. Warum das denn? Wenn ein Vegetarier sich entschließt, auf Fleisch zu verzichten, dann wird er wohl auch auf das Wort Fleisch in seinen Lebensmitteln verzichten können (ok, ok… Fruchtfleisch ist was anderes… aber da weiß jeder, dass damit kein tierisches Produkt gemeint ist). Was hätte denn gegen „Johannisalat mit Gurke“ gesprochen. Das hätte doch eher gepasst. Wenn jemand auf Fleisch verzichten möchte, dann wird er doch keinen Fleischsalat essen wollen.

Dann erfährt man von „Vegetarischen ****** Chickenburgern“. Bitte? Ein Chickenburger ist ein Burger (Brötchen) mit einer Chicken-Frikadelle (ick sach Boulette) drin. Chicken ist das englische Wort für Huhn (gallus gallus domesticus). In einem Chickenburger sollte also ein Stück durchgedrehtes, geformtes und gebratenes (gegrilltes?) Hühnerfleisch drin sein. Lese ich Chickenburger, dann ist das ein Gericht mit Hühnerfleisch. DAS KANN NICHT vegetarisch sein! Huhn ist Fleisch. Die Zutatenliste des Produkts offenbart auch, dass da kein Fleisch drin ist, sondern irgendwas mit Soja etc. Das ist auch ok. Also sollte man das Produkt doch „Vegetarischer ****** Burger“ nennen. Dann weiß jeder, dass da kein Fleisch drin ist. Aber wer Huhn draufschreibt, der muss doch auch Huhn reinmachen (scheint so zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben), ansonsten ist das absoluter Hirnriss.
Warum – frage ich erneut – muss denn Chicken im Namen enthalten sein? Will ein Vegetarier denn Huhn essen? Will er, dass sein Essen „Huhn“ heißt?
Die Firma hat noch mehr solche Korken im Angebot… „Vegetarischer Schinken Spicker“. SCHINKEN ist… ich sags mal locker… der Arsch vom Schwein (oder von einigen anderen TIEREN). Es gibt „Schinkenersatzprodukte“… also müsste es „Vegetarischer Schinkenersatzprodukt Spicker“ heißen… ok… das klingt jetzt blöd… aber irgend ein netter Name mit „Wurst“ hintendran müsste der Marketingabteilung doch wohl einfallen. Mit SCHINKEN hat das Produkt jedenfalls nichts zu tun.
Ode wie wäre es mit „Vegetarischer ****** Fleischwurst“? FLEISCHwurst! Ich sag nix weiter dazu!

Das ist eine Entwicklung, die mir so richtig auf den Piss geht! Nichts gegen vegetarische Produkte (die genannten Sachen können prima schmecken… bin sicher, sie könnten vielleicht auch mir schmecken… wenn ich sie denn probieren würde… was ich aber aufgrund der offensichtlichen Verarsche aus Prinzip nie tun werde…), aber solange sie kein pflanzliches Huhn im Blumentopf züchten können, gibt es kein „vegetarisches Chicken-Irgendwas“!

Früher habe ich auch nicht verstehen können, weshalb es „Grünkernbouletten“ oder „Tofuschnitzel“ gabe… weshalb vegetarische Fleischersatzprodukte unbedingt so wie echte Fleischprodukte geformt sein müssen… aber das leuchtet mir doch ein. Das Auge isst mit… und oftmals ist die Form auch einfach praktisch. Damit habe ich auch keine Probleme. Aber ein Produkt, dass kein Fleisch ist, „Fleisch“ zu nennen… dafür gibt es jetzt wirklich keine plausible Begründung. Da wird versucht, einen Trend auszunutzen und die Leute echt zu verarschen… für dumm zu verkaufen.

Und jetzt hacke ich Holz aus Wasser, um heute Abend das Wohnzimmer kalt zu heizen.

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